Sonza | New Member – UTM-FAMILY | Interview

Sonza | UTM-FAMILY | Neues Mitglied | Drum and Bass | Dresden

Unser UTM-FAMILY Mitglied Metric hat sich die Zeit genommen und unserem neuen UTM-FAMILY Mitglied Sonza einige Fragen gestellt und es zu einem Interview zusammengepackt:

Hallo Sonza, stell dich doch mal kurz vor. Wer bist du, was bedeutet dein Künstlername und wofür steht Sonza gegenwärtig und zukünftig?

Hallo zusammen. Mein Name ist Melanie, auch gerne Mely genannt. Ich bin knackige 18 Jahre alt und komme ursprünglich aus Kasachstan. Mein Künstlername Sonza kommt aus dem Russischen und bedeutet Sonne. Den Begriff habe ich etwas eingedeutscht, damit man ihn in Deutschland und hoffentlich bald auch international besser verwenden kann. Es gibt auch eine ganz einfache Erklärung, warum ich mich für „die Sonne“ entschieden habe. Und zwar bin ich ein Mensch, der immer am Lächeln ist und gute Laune ausstrahlt. Somit haben viele Menschen in meinem Umfeld oft zu mir gesagt, dass ich ein Sonnenschein sei. So einfach kam es dann zu dem Namen. Zukünftig erhoffe ich mir, dass ich meinen Status als „Sonne“ aufrecht erhalten und beim Musizieren die Menschen zum Lachen und Feiern bringen kann.

Wie fing denn alles an? Wann hast du entdeckt, dass Drum´n´Bass eine starke Rolle in deinen Hörgewohnheiten spielt und wie kam der Schritt dazu, dass du dies auch auflegen möchtest?

Zu erwähnen ist erst mal, dass ich DnB wirklich eine sehr lange Zeit nicht gemocht habe. Es lag aber anscheinend daran, dass ich den Sound nicht in der Breite kennen gelernt hatte, sondern nur Jump Up zu hören bekam. Bis heute sagt mir diese Richtung nicht besonders zu. Aber es war ganz witzig gewesen, wenn ich heute so darüber nachdenke. Ich war in einem Club, in den mich Freunde mitgezogen haben. Ich wollte da eigentlich gar nicht hin. Und meine Freunde sind auf dem Housefloor festgefahren, was auch gar nicht meins war. Ich bin da bisschen alleine durch den Club rumgeschlendert und auf einmal haben mich ein paar schrille, rollende Töne gepackt. Ich habe mich von der Musik treiben lassen. Das Schöne daran: der DJ, der zu dem Zeitpunkt aufgelegt hat, war Florian alias Dubtunes. So gesehen hat er mich unbewusst auf die Schiene des DnB gebracht. Das war auch gleichzeitig der Zeitpunkt, an dem ich mir gewünscht habe, selbst auf der Bühne zu stehen und das Gleiche mit Menschen zu machen, wie Dubtunes das mit mir tat. Das klingt jetzt ganz verrückt, aber für mich ist und bleibt es auch immer ein ganz besonderer Moment. Daraufhin habe ich jemanden gesucht, der mir das Auflegen etwas erklärt, so dass ich erst mal schnuppern kann, um festzustellen, ob das überhaupt was für mich ist. Einfach war es nicht, jemanden zu finden. Jedoch kam ich mit Marcel – oder wie die meisten ihn kennen – mit Venom218 ins Gespräch. Er brachte mir alles strukturiert bei und sah glücklicherweise von Anfang an Potential in mir. Marcel hat mich seit Beginn sehr unterstützt und steht bis heute immer noch bei jedem Auftritt entweder hinter mir, um mir meine Angst zu nehmen oder sogar auf der Tanzfläche, um zu meiner Musik zu tanzen. Es war auf jeden Fall ein großer Zufall und auch großes Glück für mich, ihn als meinen DJ-Meister zu haben, denn nur so habe ich es geschafft, in dieser kurzen Zeit so weit zu kommen.

Du bist mit vielen Übungseinheiten auf den CDJs nun mit jenen warm geworden und hast insbesondere auch den Neurofunk-Stil für dich entdeckt. Wie siehst du deine zukünftige Entwicklung? Ist es zu erwarten, dass deine Sets ein Stück melodiöser werden, wie dein erstes selbst produziertes Stück “first experience” erahnen lässt? Und werden wir Sonza eines Tages an Plattenspielern stehen sehen, an denen du dich auch schon versucht hast?

Zukünftig werde ich mich trauen, mit noch mehr als zwei Decks zu spielen. Das macht mir besonders Spaß, weil man so die Sets noch vielfältiger gestalten kann und mehr Fülle hinein bekommt. Außerdem hoffe ich, dass es nicht Sonza solo auf der Bühne geben wird, sondern des Öfteren ein b2b mit dem wunderbaren Venom zustande kommt. Und zu meinen Sets ist zu sagen, dass ich sehr auf Neurofunk fokussiert bin, jedoch auch gerne melodiösere Tracks mit einbinde, da mir diese sehr ans Herz gehen und ich mich somit an den Decks auch wohler fühle. Mit Plattenspielern wird man mich hoffentlich auch zukünftig auflegen sehen. Durch Venom und Metric durfte ich mich da langsam rantasten, jedoch ist das noch nicht so ausgeprägt, dass es für eine Bühne reichen würde. Ich fühle mich da auch noch recht unsicher. Aber Übung macht den Meister!

Sprechen wir noch einmal über dein Stück “first experience.” Schildere doch einmal den Produktionsprozess und die Idee hinter dem Track. Wird in Zukunft noch mehr selbst produziertes Material von dir zu hören sein?

“First experience” ist ein sehr emotionales und bedeutsames Stück von mir. Es lief bei mir lange Zeit nicht alles so, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Es war alles schwer und ich war mit allem überfordert. Ich war wie gefangen in mir selbst. Die ganzen Emotionen haben sich in mir gesammelt, dass dann so etwas dabei rausgekommen ist. Ich habe mich an zwei Tagen einfach Mal an Ableton rangesetzt und durch langes Beobachten bei Marcel, wie er Musik produziert hat, habe ich mir einiges gemerkt und einfach bisschen rumprobiert. Das Lied drückt am Anfang Trauer und Unzufriedenheit aus. Es ist sehr langsam und ein wenig verträumt, bis dann vor dem Drop eine Glocke läutet und es somit eine Wendung nimmt. Es klingt fröhlicher und ist schneller. Ich wollte damit die Veränderung darstellen. Die Veränderung des Lebens, dass man nicht einfach warten kann, bis irgendwas passiert, sondern es selbst in die Hand nehmen muss. Dass man die ersten wirklichen Erfahrungen mit dem Leben machen muss, denn man bekommt nicht alles geschenkt. Das Lied soll zum Nachdenken anregen. Fertig ist der Track jedoch noch nicht. Da gibt es noch Kleinigkeiten, mit denen ich noch nicht ganz zufrieden bin und die ich gern verändern möchte. Aber dafür, dass es mein erstes Lied ist, bin ich ehrlich gesagt selbst begeistert. Ich werde weiterhin dranbleiben, um euch noch mehr eigenproduzierte Musik vorstellen zu können. Aber es wird ein langjähriger Lernprozess, wie Marcel auch immer sagt.

Einige Erfahrungen hast du ja im Clubbereich bereits gesammelt, teils an der Seite von Venom218, aber auch allein, wie z.B. bei deinem ersten offiziellen Auftritt beim ColoradioClub in Katy´s Garage. Das alles hat ja seine Zeit gebraucht und es gelang auch nicht alles auf Anhieb, wie z.B. das Resultat eines DJ-Contests. Vielleicht auch für alle Newcomer da draußen: von welchen schönen Momenten und Erfahrungen kannst du berichten und wie bist du mit Rückschlägen umgegangen?

Für alle Newcomer da draußen: es ist nicht immer leicht. Für mich war es vor allem sehr hart, da ich ein großes Problem mit der Geduld habe. Es war immer schwer, wenn alle meine Freunde und Bekannte auflegen durften und ich nur daneben stand und zusehen konnte. Aber jetzt kann ich es verstehen, denn ich war einfach noch nicht soweit. Es wird auch oft passieren, dass andere DJs eher gebucht werden als „die Neuen“, aber genau aus dem Grund müsst ihr zuerst euch und dann eurem Umkreis beweisen, dass ihr es drauf habt. Einen besonderen Moment werde ich nicht vergessen: als ich bei einem DJ-Contest „nur“ den zweiten Platz belegt habe, war ich so unzufrieden mit mir und so traurig. Ich war am Verzweifeln, habe gerätselt, was ich nur falsch gemacht habe und habe mich geärgert, nicht auf der großen Bühne auflegen zu dürfen. Jedoch kam dann Marcel zu mir, der das letzte Set an dem Abend spielen sollte und meinte nur, dass ich nach einer halben Stunde seines Sets mit hochkommen soll mit meinem Stick. Er stand selbst zum ersten Mal auf so einer großen Bühne und hat diesen Moment mit mir geteilt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Und mit Rückschlägen konnte ich nicht wirklich umgehen. Ich hab da eher Arschtritte bekommen, um nicht aufzugeben, die mir aber unterm Strich sehr geholfen haben. Rückschläge sind etwas normales. Erst wenn man weiß, wie blöd etwas laufen kann, schätzt man es, was für ein Glück man dann doch meistens hat. Also immer schön dranbleiben!

Nun bist du ja gerade volljährig geworden und damit auch in die UTM-Family aufgenommen worden. Einige der UTM-Member wurden zu Wegbegleitern und Ansprechpartnern, was das Auflegen und Produzieren angeht. Was / wer hat dir in der ersten Phase deines Lernprozesses denn besonders geholfen? Möchtest du an dieser Stelle noch Menschen grüßen, denen du ebenfalls für ihre Unterstützung dankst?

Besonders geholfen hat mir in erster Linie der Marcel. Er hat mich insbesondere bei meinen Anfängen begleitet. Weiterhin möchte ich Metric nennen, der mir ebenso hilfreiche Tipps und Tricks auf den Weg geben konnte. Ich bin auch sehr dankbar, dass mich die UTM-Family aufgenommen und auch von Anfang an unterstützt hat. Mein größter Dank geht jedoch an meinen Vater, ohne den das alles nicht möglich gewesen wäre. Er hat mich dahingehend sehr unterstützt und das werde ich ihm nie vergessen.

Als UTM-Member bist du das erste Mal offiziell am 28.04. alongside Tobax in der Chemiefabrik zu hören. Wie siehst du deine Rolle in der UTM in Zukunft? Was wünschst du dir und der Crew für das verbleibende Jahr 2017?

Meine Rolle in der UTM wird erst einmal das Küken bleiben. Zukünftig will ich mich aber steigern und auch ein aktives Mitglied der Familie werden. Ich habe darum gekämpft und es endlich geschafft, da zu sein, wo ich schon lange Zeit sein wollte. Ich wünsche mir für das verbleibende Jahr weitere tolle Veranstaltungen und schöne Momente mit der Familie sowie ein gutes Miteinander und viel Erfolg für die gesamte Crew. Eure Sonza

Danke an Sonza für die Beantwortung der Fragen! Viel Erfolg!

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